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Volle Biokraft: Kommt E20?

Brüssel drückt beim Klimaschutz aufs Gaspedal und nimmt saubere Kraftstoffe ins Visier. Die Europäische Union plant eine kleine Revolution an den Zapfsäulen, die bald direkten Einzug in den Tank feiert. Autofahrer tanken künftig möglicherweise deutlich mehr Bio-Ethanol, da die Politik den Weg für den neuen E20-Kraftstoff freimacht.

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Durch die Verdopplung des Alkoholanteils im Benzin treibt die Politik die Defossilierung des Straßenverkehrs aktiv voran. Bild: Theresa Kröger via Autoren-Union Mobilität

Die Pläne aus der EU-Zentrale versprechen eine schnelle und effektive Senkung der Treibhausgase im bestehenden Fuhrpark. Da die Pflanzen für den Kraftstoff beim Wachsen CO2 aus der Atmosphäre binden, verbrennt der spätere Alkohol im Motor nahezu klimaneutral. Das nationale Klimagutachten erhöht derweil den Druck auf die Politik, alternative Energieträger schneller zu etablieren und fossile Importe drastisch zu senken. Die Normungsgremien haben die technischen Spezifikationen für die Verdopplung des Ethanol-Anteils auf zwanzig Prozent bereits fertiggestellt. Jetzt müssen die europäischen Institutionen und die Mitgliedsstaaten die bestehenden Richtlinien anpassen, was die Werkstätten und Autofahrer gleichermaßen vor spannende Fragen stellt.

Grüne Power aus dem Zapfhahn
Der neue Kraftstoff nutzt die Natur als Filter und schützt die Umwelt durch einen geschlossenen Kreislauf. Das beigemischte Ethanol stammt aus nachwachsender Biomasse, die der Luft exakt die menge an CO2 entzieht, die später bei der Fahrt durch den Auspuff entweicht. Im Vergleich zu rein fossilem Benzin spart diese Methode erhebliche Mengen an neuen Treibhausgasen ein. Experten sehen in der Einführung einen entscheidenden Hebel, um die ehrgeizigen Klimaziele im Verkehrssektor ohne sofortigen Komplettumstieg auf die Elektromobilität zu erreichen. Die Umstellung betrifft potenziell Millionen von Fahrzeugen, die täglich auf den Straßen rollen.

Hält die Technik stand?
Die Verdopplung des Alkoholgehalts verlangt den Bauteilen unter der Motorhaube einiges ab und erfordert einen genauen Blick auf die Freigaben. Ethanol besitzt leicht korrosive Eigenschaften, die ungeschützte Aluminiumbauteile im Kraftstoffsystem angreifen und Kunststoffe sowie Dichtungen vorzeitig altern lassen. Während moderne Triebwerke meist problemlos mit dem höheren Anteil zurechtkommen, benötigen ältere Fahrzeugmodelle eventuell eine genaue Prüfung oder verbleiben beim gewohnten E10 oder Super Plus. Da das Gesetzgebungsverfahren noch läuft, fehlen offizielle Freigaben für den deutschen Markt bisher komplett. Das regelmäßige Gespräch mit dem Kfz-Meister in der Werkstatt des Vertrauens schafft hier frühzeitig Klarheit und schützt vor teuren Schäden an der Einspritzanlage.

Boxenstopp für Gewissheit
Das Kfz-Handwerk übernimmt bei der Einführung eine Schlüsselrolle und begleitet Autofahrer sicher durch den Technologiewechsel. Experten in den Werkstätten prüfen die Verträglichkeit der Motoren anhand der Herstellerdaten und führen bei Bedarf notwendige Wartungen durch. Neben der technischen Aufklärung bietet der Wechsel den Betrieben die Chance, verunsicherten Kunden die Angst vor dem neuen Sprit zu nehmen. Ein kurzer Check des Kraftstoffsystems vor der ersten Tankfüllung E20 sichert die Mobilität und sorgt für ein rundum gutes Gefühl beim umweltfreundlichen Fahren.